Für Giftfreie Outdoorkleidung

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Entgiften: (K)eine Mammut-Aufgabe

Protestaktion bei Sportscheck in Kassel.

Schneebedeckte Gipfel oder spektakuläre Fjorde - in ihrer Werbung geben sich Outdoor-Hersteller naturnah. In der Produktion hingegen weniger.

Gute Funktionsjacken sind gleichzeitig wasserdicht und atmungsaktiv. Um die gewünschten Eigenschaften zu erreichen, können die Hersteller nicht nur Naturfasern verwenden. Ärgerlich ist es allerdings, wenn die teure Kleidung potenziell schädliche Chemikalien ausdünstet. Und das ist offenbar immer noch der Fall, wie eine Untersuchung von Greenpeace zeigt. Bei der Analyse von verschiedenen Outdoor-Jacken und Handschuhen waren alle Proben mit per- und polyfluorierten Kohlenwasserstoffen (PFC) belastet gewesen.

PFC lassen Wasser und Schmutz von Outdoor-Kleidung abperlen und finden sich auch in den innenliegenden wasserdichten Membranen, etwa bei Gore-Tex-Textilien. Für die meisten PFC gibt es keine festgeschriebenen Grenzwerte. Eine Ausnahme ist die zu dieser Gruppe gehörende Perfluorsulfonsäure (PFOS). Greenpeace fand diese Substanz in den Handschuhen "Artic Mitten" des Schweizer Herstellers Mammut. Der gesetzliche Grenzwert von einem Mikrogramm pro Quadratmeter sei hier um das Neunfache überschritten worden.

PFC sind unkontrollierbar

"Die Outdoor-Branche wirbt nach wie vor mit unberührter Natur", kritisierte Manfred Santen, Chemieexperte von Greenpeace. "Aber ihre Kleidung enthält Schadstoffe, die sich inzwischen rund um den Globus nachweisen lassen." Das sei vor allem ein Problem in den Produktionsländern. "Aber auch bei uns finden wir PFC in der Umwelt, im Trinkwasser und im menschlichen Blut." Die Stoffe werden nämlich nicht nur bei der Herstellung freigesetzt, sondern auch bei Gebrauch und Entsorgung der Textilien.

Auch wenn das Tragen der Kleidung nicht unmittelbar gesundheitsschädlich ist, PFC sind extrem langlebig und reichern sich in der Umwelt an. Sie gelangen über die Nahrungskette und das Trinkwasser in den menschlichen Körper. Einige PFC können das Immunsystem und die Fruchtbarkeit beeinträchtigen und zu Schilddrüsenerkrankungen führen, andere sind sogar krebserregend.

Mammut ignoriert diese Gefahr und weigert sich bisher, PFC zu ersetzen. Andere Marken wie Fjällräven, Paramo oder Adidas machen vor, dass eine PFC-freie Produktion jetzt schon möglich ist.

Die Alternativen

Es gibt auf dem Markt bereits jetzt Möglichkeiten, bei Outdoor-Kleidung eine Schadstoffbelastung zu vermeiden. Dazu zählten Jacken mit PFC-freien Membranen oder Imprägnierungen aus Polyester, Polyurethan oder Wachs. "Vor dem Kauf sollten Verbraucher prüfen, ob sie eine Jacke für den Gipfelsturm oder den Spaziergang benötigen. Die schadstofffreien Jacken genügen fast immer", so Santen.

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