BILDUNGSPROJEKT Mikroplastik

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GREENPEACE-BILDUNGSPROJEKT

Schulbesuch von Greenpeace im Rahmen einer Wanderausstellung zum Thema Plastik in den Meeren.

Ziel dieser umweltpolitischen Bildungsarbeit an Schulen ist es, bei Jugendlichen differenziertes Denken anzuregen und eigene Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

Greenpeace Weiden engagiert sich deshalb mit der Ausstellung, dieses Thema in den verschiedensten Schulformen zu vermitteln und will dadurch junge Menschen ermutigen, selbst auch aktiv zu werden und sich ihre eigene Meinung zu bilden.

Wir möchten Schüler*innen zeigen, wie bedeutsam und einzigartig der Lebensraum Meer ist. Zugleich sollen sie anschaulich erfahren können, wie Natur, Tiere und letztendlich der Mensch durch das eingebrachte Plastik gefährdet werden und verdeutlichen, dass sie selber auch etwas bewirken können. So soll das Verhältnis „Global denken, lokal handeln“ begreifbar gemacht werden.

Darüber hinaus können die Lehrer*innen natürlich auch mit ihren individuellen Wünschen an uns herantreten. Wir werden gern auch unterrichtsbegleitende Unterstützung anbieten und Materialien zur Verfügung stellen.

 

PLASTIK IM MEER

Warum Plastik so gefährlich für den Lebensraum Meer ist und was wir alle gegen die Vermüllung der Ozeane tun können:

Plastik verrottet nicht. Ist es einmal in der Umwelt, zerfällt es in immer kleinere Teile bis das menschliche Auge es nicht mehr sehen kann. Trotzdem bleibt es eine Gefahr – vor allem für die Lebewesen in unseren Ozeanen, die das Mikroplastik verschlucken: Orcas, die aufgrund von Plastikmüll im Magen verhungern, Seevögel, die Nester aus Plastikfäden bauen und sich strangulieren oder Miesmuscheln, in denen Mikroplastik nachgewiesen wurde. Längst ist der an Land und in der Seefahrt verursachte Plastikmüll tief in den Lebensraum Meer vorgedrungen.

Plastik ist mittlerweile überall in den Weltmeeren zu finden: eingefroren im Meereis der Arktis, ebenso wie in den Korallenriffen und an den Stränden der Tropen. Strömungen in den Ozeanen tragen das Plastik um die Welt, bis es in riesigen Müllstrudeln zirkuliert oder irgendwann an die Küste gespült wird. Weltweit gibt es mindestens fünf Müllstrudel: im Nord- und Süd-Pazifik, im Nord-und Süd-Atlantik und im südlichen Indischen Ozean.

Der größte bekannte Müllstrudel ist der "Great Pacific Garbage Patch" im Nord-Pazifik. Er wurde 1997 entdeckt und hat die Größe von Mitteleuropa.

Die Verursacher

Der Pro-Kopf-Verbrauch von Plastik liegt in Westeuropa bei 136 Kilogramm pro Jahr und damit beim Dreifachen des weltweiten Durchschnitts. Zwei Drittel des Plastikverbrauchs in Europa entfällt auf nur fünf Länder. Deutschland liegt an der Spitze mit fast 25 Prozent, gefolgt von Italien, Frankreich, Großbritannien und Spanien.Die Plastikproduktion nahm in den letzten Jahrzehnten weltweit drastisch zu und liegt aktuell bei 311 Millionen

Tonnen pro Jahr. Der größte Plastikhersteller ist China (26%), gefolgt von Europa (20%) und Nordamerika (19%).

Was jeder tun kann

Generell gilt der Spruch: Refuse, Reduce, Reuse, Repurpose, Recycle! Auf Deutsch: Plastik ganz vermeiden, den Gebrauch vermindern, Plastik mehrfach benutzen oder für einen anderen Zweck nochmals verwenden und am Ende den Plastikmüll recyceln.

Oft ist es ganz einfach, Plastik im Alltag zu vermeiden. Als Anregung ein paar Beispiele:

  • Verantwortung tragen: Korb oder Stoffbeutel zum Einkaufen mitnehmen statt Plastiktüten kaufen.
  • Flasche in der Tasche: Wiederverwendbare Trinkflasche einpacken statt immer neue     Plastikflaschen kaufen.
  • Plastik abschminken: Kosmetika auf Inhaltsstoffe checken und Produkte mit Mikroplastik vermeiden.
  • Es geht sich auch ohne gut: Den Kaffee lieber in Ruhe im Café trinken oder wenn      unterwegs, dann aus einem Thermobecher.

Wirtschaft und Politik in der Pflicht

Produkte müssen so hergestellt werden, dass sie möglichst lange halten, reparierbar sind und vollständig recycelt werden können. Die eingesetzten Rohstoffe müssen über den Lebenszyklus einer Ware hinaus wieder vollständig in den Produktionsprozess zurückgelangen.

Das Cradle-to-Cradle Konzept, zu Deutsch „Von der Wiege zur Wiege“, bietet seit über zehn Jahren für Unternehmen einen solchen Ansatz. Doch die Wirtschaft bewegt sich kaum. Deshalb muss die Politik Schritt für Schritt Gesetze schaffen, die Innovationen zur Plastikvermeidung und eine echte Kreislaufwirtschaft vorantreiben. Erste Schritte müssen Verbote von Plastiktüten und von Mikroplastik in Kosmetika sein.

Greenpeace fordert:

 

• Plastikverbrauch senken: Refuse, Reduce, Reuse, Repurpose, Recycle!

Verbot von Einwegtragetaschen.

• Verbot von Mikroplastik in Kosmetika.

  • Eine echte Kreislaufwirtschaft mit höchstmöglicher Recyclingquote statt der linearen Wegwerfwirtschaft.

 

Die Ausstellung in Weiden ist vom 29.06. bis zum 13.07. am Augustinus Gymnasium zu sehen.