Tschernobyl Mahnwache 2018

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21.04.2018

 

Mit einer Mahnwache, aus Grablichtern gestallten “Radioaktiv Symbol“, machen die Ehrenamtlichen auf die Havarie des Atomkraftwerks in der Ukraine aufmerksam.

 

Zum 32. Mal jährt sich der Reaktorunfall. Die Nuklearkatastrophe forderte mindestens 50.000 Menschenleben. Radioaktive Verseuchung zwang rund 435.000 Menschen, ihren Wohnort zu verlassen. 740 Orte sind seit 1986 kontaminiert. Die im Sperrgebiet gelegenen Städte Tschernobyl, Prypjat und Slawutysch gleichen Geisterstädten.

 

Am 26. April 1986 verraucht das Konzept der sogenannten friedlichen Nutzung der Atomenergie. Der Reaktorblock 4 des Atomkraftwerks Tschernobyl explodiert. Das war bis dato die größte technische Katastrophe in der Geschichte der Menschheit. Greenpeace-Messungen belegen, dass in vielen Gebieten die Belastung noch weit über den Grenzwerten liegt. Noch heute sind in der Ukraine 1.000 km², in Russland 2.000 km²  und Weißrussland über 20 % des Staatsgebietes und ein Fünftel der landwirtschaftlichen Nutzfläche stark radioaktiv verstrahlt.

 

Die Strahlen machen krank, sie verursachen unter anderem Krebs, Fehlgeburten, Missbildungen und geistige Behinderungen. Eine endlose atomare Katastrophe. Ist das Erbgut radioaktiv verstrahlt, wird dies an die nächsten Generationen weitergegeben. Der Super-GAU hinterlässt heute noch weitreichende Spuren.

 

Ein katastrophaler Unfall wie in Tschernobyl kann jederzeit in jedem Land der Welt geschehen, das Atomkraftwerke betreibt. Atomkraft kann nicht sicher betrieben werden. Das zeigt nicht nur die Katastrophe von Tschernobyl, das zeigen auch die vielen Störfälle der vergangenen Jahrzehnte und die zahlreichen Pannen in den laufenden Atomanlagen. Vom dreckigen Uranabbau über den störanfälligen Betrieb, von der die Umwelt verseuchenden “Wiederaufbereitung“  bis zur ungelösten Frage der “Endlagerung“ des Atommülls. Als mögliches Endlager ist auch der Oberpfälzer Wald und das Fichtelgebirge in Diskussion.

 

Greenpeace fordert alle Regierungen auf, aus der Atomkraft sofort auszusteigen und sich vom Einfluss der Atomlobby zu befreien. Auch die Katastrophe in Fukushima hat erneut klar gemacht, dass nukleare Energie nicht zu kontrollieren ist. Atomenergie nutzt nur denjenigen, die an ihr verdienen.